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NACHHALTIGKEIT UND VERANTWORTUNG

 

 

 

GESONDERTER NICHTFINANZIELLER BERICHT NACH §§ 289, 315 HGB

RECHTLICHE VORGABEN UND ORIENTIERUNG AN RAHMENWERKEN
Grundlage für die Geschäftstätigkeiten der TOM TAILOR Group ist eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung, die auf Integrität sowie gute Corporate Governance setzt und die das ethische Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters einfordert. Die Achtung der Menschenrechte ist elementarer Bestandteil unserer Unternehmensprinzipien. Die TOM TAILOR Group setzt auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung und ist sich entlang der Wertschöpfungskette ihrer besonderen Rolle und der Verantwortung gegenüber den verschiedenen Ansprüchen der Stakeholder bewusst. Neben der finanziellen ist daher auch die nichtfinanzielle Entwicklung des Unternehmens von zentraler Bedeutung.

Um Transparenz zu schaffen und den spezifischen Informationsbedarf aller Stakeholder zu bedienen, berichtet die TOM TAILOR Group an dieser Stelle im Sinne des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten) für den Konzern über die relevanten nichtfinanziellen Aspekte (gesonderter nichtfinanzieller Bericht). Berichtszeitraum für diesen gesonderten nichtfinanziellen Bericht ist das Geschäftsjahr 2017 (1.1. bis 31.12.2017).

Unter Berücksichtigung der Relevanz für das Unternehmen erfüllt die TOM TAILOR Group bislang insbesondere die gesetzlichen Vorgaben. Eine Implementierung eines anerkannten Regelwerks ist bislang nicht erfolgt, da das Management der TOM TAILOR Group in dem hoch kompetitiven Branchenumfeld zuletzt den strategischen Fokus auf die operative und finanzielle Stärkung des Unternehmens und auf eine wirtschaftlich zukunftsfähige Neuausrichtung gelegt hat. Die TOM TAILOR GROUP beabsichtigt, die internen Systeme der Steuerung und Überwachung für die wesentlichen Themen weiterzuentwickeln und ganzheitlich enger mit der Finanzstrategie zu verknüpfen.

Die Beschreibung des Diversitätskonzepts im Hinblick auf die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats (§289f HGB) ist in der „Erklärung zur Unternehmensführung“ im mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlagebericht (im Folgenden „zusammengefasster Lagebericht“) enthalten.

GESCHÄFTSMODELL UND WERTSCHÖPFUNGSKETTE

Detaillierte Informationen zur rechtlichen und organisatorischen Struktur des Unternehmens, zum Geschäftsmodell, der Strategie und der Steuerung finden sich im Abschnitt „Grundlagen des Konzerns“ im zusammengefassten Lagebericht des Geschäftsberichts 2017 der TOM TAILOR Holding SE.

NACHHALTIGKEITSKONZEPT UND VERANTWORTUNGSVOLLE UNTERNEHMENSFÜHRUNG

In einer global agierenden Branche wie der Textilindustrie nimmt die unternehmerische Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten sowie der Umwelt einen besonderen Stellenwert ein. Die TOM TAILOR Group stellt sich ihrer unternehmerischen Verantwortung, die Bestandteil der unternehmenseigenen Prozesse und Grundlage für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ist. Zu der Geschäftspolitik der TOM TAILOR Group gehören eine ausgewogene Personalpolitik sowie vertrauensvolle Beziehungen zu den Geschäftspartnern entlang der Wertschöpfungskette. Großen Wert legen wir auf menschenwürdige, sichere und faire Arbeitsbedingungen in unseren Zulieferbetrieben, wie wir sie im Abschnitt „Verantwortliches Handeln in der Supply Chain“ erläutern, auf die Reduzierung von Umweltbelastungen im Produktions- und Beschaffungsprozess sowie auf eine hohe Produktqualität.

Die Verantwortung für eine nachhaltige Unternehmensführung obliegt dem Vorstand. In Bezug auf die wesentlichen Aspekte der Nachhaltigkeit wird direkt an den Vorstand berichtet und die hierfür verantwortlichen Mitarbeiter legen mit dem Vorstand und dem jeweiligen Executive Management-Team Strategien fest.

In den Produktionsmärkten hat die TOM TAILOR Group ein Team, das direkt mit den Lieferanten an der Einhaltung der Nachhaltigkeitsstandards, z.B. die der amfori BSCI (amfori Business Social Compliance Initiative), durch Trainingsprogramme arbeitet.

Die unternehmerische Verantwortung der TOM TAILOR Group beinhaltet insbesondere, Risiken der Geschäftstätigkeit und der Produkte für Dritte und die Umwelt, die sich entlang der Supply Chain ergeben, zu erkennen und zu minimieren. Für die TOM TAILOR Group ist dies ein kontinuierlicher Prozess und das Unternehmen steht im Dialog mit seinen Stakeholdern, um deren Ansprüche zu berücksichtigen und für alle Stakeholder der TOM TAILOR Group Werte zu generieren.

RISIKEN ENTLANG DER SUPPLY CHAIN

Die TOM TAILOR Group als international agierendes Unternehmen analysiert systematisch Risiken, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken können. Nähere Informationen dazu finden sich im Abschnitt „Risiken und Chancen“ im zusammengefassten Lagebericht.

Es kann aber aufgrund der unternehmerischen Geschäftstätigkeit und/oder durch die Produkte und Dienstleistungen der TOM TAILOR Group zu Ereignissen kommen, die auch oder ausschließlich schwerwiegende negative Auswirkungen für Mitarbeiter, Dritte und die Umwelt haben können. Diese Risiken werden unter Beachtung unserer nachhaltigen unternehmerischen Verantwortung analysiert und Maßnahmen definiert.

In Verbindung mit den unmittelbar von der TOM TAILOR Group steuerbaren konzerneigenen Stufen der Supply Chain – also der Produktentwicklung, der Logistik und Lagerhaltung sowie dem Vertrieb und der Verwaltung – und ebenso in Verbindung mit unseren Produkten ist die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender negativer Auswirkungen auf unsere Mitarbeiter, die Gesellschaft und die Umwelt aufgrund des Geschäftsmodells sehr gering. Das gilt auch für den Vertrieb über etablierte Partner. Entsprechende Risiken sind somit unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit unwesentlich. Gleichwohl übernehmen wir auch hier Verantwortung, indem wir die externen Risiken steuern und Maßnahmen zur Vermeidung solcher Risiken optimieren, die der Geschäftsbetrieb mit sich bringt. Im Kern stehen hier die Verantwortung für unsere Mitarbeiter, umweltschonende Maßnahmen in der Logistik, Lagerhaltung, Hauptverwaltung und in den Vertriebsstätten.

Demgegenüber sind mit der Geschäftstätigkeit und den Produkten der TOM TAILOR Group die branchentypischen Risiken der Textilindustrie und des Modehandels verbunden, die sich in der Produktion ergeben. Hierzu zählen insbesondere auch die Risiken hinsichtlich der Umwelt- und Sozialbelange. Da das Unternehmen keine eigene Fertigung besitzt, sondern die Produkte von ausgesuchten, überwiegend in Asien angesiedelten Lieferanten fremdproduzieren lässt, verfügt das Unternehmen auf dieser Stufe des Wertschöpfungsprozesses nur über einen indirekten Zugriff und mittelbare Steuerungsmöglichkeiten zur Minimierung und Vermeidung von diesen Risiken. Gleichzeitig kann ein Eintritt dieser Risiken Auswirkungen auf die Reputation sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der TOM TAILOR Group haben. Die TOM TAILOR Group unternimmt daher die aus ihrer Sicht höchstmöglichen Anstrengungen, um diese Risiken für alle Beteiligten zu begrenzen beziehungsweise, sofern möglich, auszuschließen.

So kann es bei den Lieferanten grundsätzlich zu Sozial- und Umweltrisiken sowie zu schwerwiegenden negativen Auswirkungen für die dortigen Mitarbeiter u.a. bezogen auf die Gesundheit kommen – etwa durch schlechte, inhumane Arbeitsbedingungen oder geringe Arbeitssicherheit. Mit der Anerkennung der Terms of Implementation der amfori BSCI verpflichten sich alle unsere Lieferanten, dass in deren Produktionsstätten unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen im Sinne des amfori BSCI Verhaltenskodex produziert wird. Die Arbeitsbedingungen werden durch interne Mitarbeiter der TOM TAILOR Einkaufsbüros sowie durch von der amfori BSCI akkreditierte Agenturen extern überprüft. Die TOM TAILOR Group ist aktives Mitglied der amfori BSCI. Darüber hinaus gelten für die Produkte, die die TOM TAILOR Group herstellen lässt, strenge externe und interne Vorgaben bezüglich der verwendeten Rohstoffe und Materialien, z.B. die REACH-Verordnung oder AQL 1,5 (Acceptable Quality Limit) im Sinne der ISO-Norm 2859, sowie deren Gesundheits- und Umweltverträglichkeit. Strenge Qualitätskontrollen durch Mitarbeiter der TOM TAILOR Einkaufsbüros sowie durch stichprobenartige Überprüfung in unserem Physical Test Department stellen sicher, dass die Standards und Vorgaben eingehalten werden. Weitergehende Informationen dazu finden sich im Abschnitt „Verantwortliches Handeln in der Supply Chain“.

STAKEHOLDERDIALOG

Der regelmäßige Austausch mit den Stakeholdern ist für die TOM TAILOR Group von großer Bedeutung. Die wesentlichen Stakeholder des Unternehmens sind Geschäftspartner, Mitarbeiter, Kapitalmarktteilnehmer, Regulierer und gesellschaftliche Interessengruppen, die auf nationaler und auf internationaler Ebene vielfältige Ansprüche an die TOM TAILOR Group stellen. Durch einen zielgruppenorientierten zugeschnittenen Dialog, mit entsprechend ausgerichteter Frequenz und Informationstiefe, soll die Transparenz der Unternehmensentscheidungen erhöht und damit Vertrauen geschaffen werden. Darüber hinaus hilft der Dialog, Trends frühzeitig zu erkennen und das Nachhaltigkeitsengagement auf die wesentlichen Interessen der Stakeholder auszurichten und sie an der Wertschöpfung des Unternehmens zu beteiligen.

 

 

 

WIRTSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG UND WERTSCHÖPFUNGSRECHNUNG

Die wirtschaftliche Verantwortung ist ein Kernbestandteil der Unternehmensstrategie und -steuerung. Wirtschaftlicher Erfolg ist die Grundlage für den Fortbestand des Unternehmens. Nur wenn das Unternehmen entsprechend der auf profitables Wachstum ausgerichteten Strategie erfolgreich ist, können Werte für alle Stakeholder des Unternehmens erwirtschaftet werden. Dies sichert wiederum die langfristige Basis der TOM TAILOR Group. Im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit und des unternehmerischen Handelns agiert die TOM TAILOR Group im Sinne ihrer Stakeholder und generiert so direkte Wertbeiträge für sie. So ist das Unternehmen Arbeitgeber für Führungskräfte und qualifizierte Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen. Zudem ist das Unternehmen Ausbilder, fördert Weiterbildung, Gesundheit und flexible Arbeitsbedingungen. Für die Mitarbeiter der TOM TAILOR Group leistet das Unternehmen erhebliche direkte monetäre Wertbeiträge durch eine aus Sicht der Gesellschaft faire und leistungsgerechte Bezahlung. Basierend auf der wirtschaftlichen Leistung bedient die TOM TAILOR Group zudem über Zinszahlungen die Ansprüche der Fremdkapitalgeber. Die Investoren können im Falle nachhaltig positiver ökonomischer Erträge über Dividendenzahlungen des Mutterunternehmens unmittelbar partizipieren. Dies streben wir langfristig an. Durch die verschiedenen Unternehmenssteuern leistet das Unternehmen zudem finanzielle Beiträge an den Staat und damit einen Wertbeitrag an die Gesellschaft. Mit einer Verbesserung der Ertragslage des Konzerns erhöht sich automatisch auch dieser Wertbeitrag.

Dieser gesamte unternehmerische Erfolg ist mittels der Wertschöpfungsanalyse messbar. Über die enge Betrachtung des reinen finanzwirtschaftlichen Erfolgs auf Grundlage der im zusammengefassten Lagebericht genannten finanziellen Leistungsindikatoren hinaus bemisst die Wertschöpfungsrechnung die unmittelbare Leistungskraft des Unternehmens für die jeweiligen Stakeholder, die Ansprüche an das Unternehmen stellen. Die Wertschöpfungsanalyse zeigt zum einen, dass die TOM TAILOR Group  durch das operative Geschäft einen Mehrwert geschaffen hat (Entstehungsrechnung). Dazu werden von der Betriebsleistung (Umsatz zuzüglich der sonstigen betrieblichen Erträge) sämtliche bezogenen Vorleistungen (einschließlich Management- und Aufsichtsratsvergütungen) und Abschreibungen in Abzug gebracht. Die TOM TAILOR Group hat im Geschäftsjahr 2017 eine Wertschöpfung in Höhe von €239,2 Mio. generiert (2016: €147,3 Mio.).

Zum anderen zeigt die Analyse der Wertschöpfung, welchen Gruppen von Stakeholdern welche unmittelbaren Wertbeiträge zugutekommen. Der weitaus größte Teil der durch die Geschäftstätigkeit generierten Werte entfiel 2017 mit einem Anteil von 81,6% auf die Mitarbeiter in Form von Löhnen und Gehältern. Weitere Wertschöpfungsbeiträge entfielen zudem auf die Kapitalgeber und in Form von Steuern auf die Gesellschaft. Zur nachhaltigen Stärkung des Unternehmens verblieben im Berichtsjahr 7,1% der Wertschöpfung in der TOM TAILOR Group (Thesaurierung).

Wertschöpfungsanalyse

 

 

2017

2016

Veränderung ggü.
Vorjahr

Entstehung

in € Mio.

in %

in € Mio.

in %

in € Mio.

in %

Umsatzerlöse

921,8

96,0

968,5

96,8

-46,7

-4,8

Übrige Erlöse

38,2

4,0

32,3

3,2

5,8

18,1

Betriebsleistung

959,9

100,0

1.000,8

100,0

-40,9

-4,1

Materialaufwand

384,1

40,0

441,0

44,1

-57,0

-12,9

Abschreibungen

39,2

4,1

83,1

8,3

-44,0

-52,9

Übrige Aufwendungen

297,5

31,0

329,4

32,9

-31,9

-9,7

Vorleistungen

720,7

75,1

853,6

85,3

-132,8

-15,6

Wertschöpfung

239,2

24,9

147,3

14,7

91,9

62,4

Verteilung

      

Mitarbeiter

195,3

81,6

220,2

149,5

-24,9

-11,3

Unternehmen

17,1

7,1

-73,0

-49,6

90,1

123,4

Darlehensgeber

15,3

6,4

16,3

11,1

-1,0

-6,0

Aktionäre/Gesellschafter

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

Öffentliche Hand

11,5

4,8

-16,2

-11,0

27,7

171,1

Wertschöpfung

239,2

100,0

147,3

100,0

91,9

62,4


WESENTLICHKEIT UND DIMENSIONEN DER VERANTWORTUNG

Bei der Festlegung der Inhalte des gesonderten nichtfinanziellen Berichts hat die TOM TAILOR Group die wesentlichen Themen, die sowohl für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage des Unternehmens als auch für das Verständnis der Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte erforderlich sind, identifiziert und zusammengestellt. Auf dieser Basis haben sich unter Berücksichtigung des Geschäftsmodells und der Relevanz für die Steuerung des laufenden Betriebes eines mittelgroßen Textilhandelsunternehmens folgende Schwerpunkte der Nachhaltigkeitsdimensionen für die TOM TAILOR Group ergeben:

  • Ethische Verantwortung und Compliance
  • Verantwortung für die Mitarbeiter
  • Verantwortliches Handeln in der Supply Chain

ETHISCHE VERANTWORTUNG UND COMPLIANCE

Die Einhaltung geltender Gesetze sowie ethisch einwandfreies Verhalten aller Mitarbeiter ist für die TOM TAILOR Group wichtig, um das Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern, Kapitalmarktteilnehmern und anderen Stakeholdern zu erhalten, Reputationsschäden sowie finanzielle Nachteile zu verhindern und zur Sicherheit des Unternehmens sowie seiner Mitarbeiter beizutragen. Aus diesem Grund ist die TOM TAILOR Group im Begriff, ein Compliance-Management-System aufzubauen. Dieses Compliance-Management-System soll sicherstellen, dass die jeweils vor Ort geltenden Gesetze, internen Regelungen, ethischen Grundsätze als auch freiwilligen Selbstverpflichtungen eingehalten werden. Der Vorstand der TOM TAILOR Group sieht den Bereich Compliance als eine seiner wesentlichen Verantwortlichkeiten. Ein Compliance Officer, der direkt an den für den Bereich Compliance verantwortlichen CFO der TOM TAILOR Group berichtet, unterstützt den Vorstand dabei, ein effizientes Compliance-Management-System aufzubauen und kontinuierlich zu verbessern.

Im Rahmen dieses Compliance-Management-Systems werden die für die TOM TAILOR Group bestehenden Compliance-Risiken, wie z.B. kartellrechtliche Risiken oder Risiken hinsichtlich Korruption, analysiert und Maßnahmen ergriffen, um diese Risiken zu reduzieren. Dies geschieht beispielsweise durch Schulungen der Mitarbeiter, wobei auf den Schulungsbedarf der jeweiligen Mitarbeiter abzustellen ist. Aktuell wird eine Compliance-Schulung erarbeitet, die mittels eines E-Learning-Programms im Jahr 2018 durchgeführt werden wird. Dieses E-Learning-Programm wird zunächst für die Mitarbeiter der deutschen Gesellschaften angewandt und anschließend konzernweit ausgerollt. Darüber hinaus hat im Dezember 2017 eine Schulung zum Thema Kartellrecht für die deutschen Mitarbeiter, die Berührungspunkte mit diesem Thema haben, stattgefunden. Zudem wird an einem effizienten und zentralisierten Richtlinienmanagement und internen Vorgaben, beispielsweise bezüglich Vertragsunterzeichnungen, gearbeitet. Ziel ist es, den Mitarbeitern, neben den bestehenden Gesetzen, einen Rahmen vorzugeben, der das von ihnen erwartete und geforderte Verhalten absteckt. Ein Code of Conduct, der den Mitarbeitern die Unternehmenswerte wie z.B. Transparenz, Integrität und Respekt vermittelt, wird momentan erstellt.

Eine Sensibilisierung für die gesetzliche als auch ethische Verantwortung, die jedem einzelnen Mitarbeiter der TOM TAILOR Group obliegt, wird durch die jeweiligen Vorgesetzten, den Vorstand, einzelne Fachabteilungen als auch den Bereich Compliance vorgenommen.

Dies geschieht im Tagesgeschäft sowie durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen wie z.B. ein Interview mit dem Compliance Officer im Intranet, in dem Fragen zum Thema Compliance beantwortet wurden. Durch solche Kommunikationsmaßnahmen soll die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter für die Bedeutung eines regelkonformen Verhaltens geschaffen bzw. aufrechterhalten werden. Diese Kommunikationsmaßnahmen sollen regelmäßig fortgesetzt und weiter ausgebaut werden.

Die Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung und ein abteilungsübergreifender Austausch zu entsprechenden Themen soll sicherstellen, dass im System erforderliche Anpassungen rechtzeitig vorgenommen werden können und Mitarbeiter über geänderte Anforderungen informiert werden. Auf diese Weise sollen Möglichkeiten der Mitarbeiter, sich nicht gesetzeskonform zu verhalten, von vornherein ausgeschlossen werden und bei den Mitarbeitern ein Bewusstsein geweckt werden, inwieweit das von ihnen erwartete Verhalten Änderungen unterworfen ist.

Bestehen bei den Mitarbeitern Unsicherheiten oder Fragen hinsichtlich gesetzlicher oder unternehmensinterner Vorgaben oder des erwarteten ethischen Verhaltens, stehen den Mitarbeitern neben der Fachabteilung die Rechtsabteilung, der Datenschutzbeauftragte als auch der Bereich Compliance zur Beantwortung dieser Fragen zur Verfügung.

Ein konsequentes Vorleben der Unternehmenswerte sowie gesetzlicher Vorgaben auf allen Führungsebenen, insbesondere durch den Vorstand, sorgt für die Anerkennung der Unternehmenswerte durch die Mitarbeiter. Zudem wird die Bedeutung des Bereichs Compliance gegenüber den Mitarbeitern hervorgehoben. Im Geschäftsjahr 2017 geschah dies beispielsweise dadurch, dass der Vorstand für einen Compliance-Artikel im Intranet ein Vorwort verfasste oder dadurch, dass der Vorstandsvorsitzende im Rahmen einer Videobotschaft an die Mitarbeiter auf einen Artikel zum Thema Compliance im Intranet aufmerksam machte.

Die Überprüfung, ob gesetzliche und unternehmensinterne Vorgaben von den Mitarbeitern tatsächlich eingehalten werden, erfolgt in erster Linie durch die jeweiligen Vorgesetzten sowie punktuell durch den Bereich Compliance. Auch der Bereich Internal Audit wird für einzelne Kontrollen hinzugezogen. Auf diese Weise können sowohl Einzelfälle als auch grundsätzliche Prozesse, die unter Umständen auch abteilungsübergreifend befolgt werden, untersucht und optimiert werden. Derartige Kontrollen können, müssen aber nicht, aufgrund eines konkreten Anlasses durchgeführt werden.

Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben als auch Unternehmenswerte können zudem von den Mitarbeitern selbst an verschiedene Abteilungen, vor allem den Bereich Compliance, gemeldet werden. Ein darüber hinausgehendes Whistleblower-System befindet sich momentan im Aufbau.

Bei Fehlverhalten von Mitarbeitern in rechtlichen und ethischen Belangen verfolgt das Unternehmen ein Konzept der Null-Toleranz. Unter dem Begriff „Null-Toleranz“ versteht die TOM TAILOR Group, dass jedes Verhalten, das gegen Gesetze oder die Unternehmenswerte verstößt, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, im Bereich der Missachtung von Menschenrechten oder in Fällen von Korruption und Bestechung, konsequent geahndet und angemessen sanktioniert wird. Im Rahmen einer angemessenen Sanktionierung ist im konkreten Einzelfall auf die Schwere des Verstoßes sowie auf die lokale Rechtslage abzustellen. Dabei reicht die Bandbreite der möglichen Sanktionen von einer Ermahnung bis hin zu einer fristlosen Kündigung und/oder Strafanzeige. Daneben besteht zudem die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Von den Sanktionsmöglichkeiten wurde im Jahr 2017 bereits Gebrauch gemacht.

Compliance-Verstöße werden fair und transparent untersucht und angemessen sanktioniert. Eine anschließende gegebenenfalls erforderliche Anpassung des Compliance-Management-Systems stellt sicher, dass genutzte Lücken im Compliance-Management-System geschlossen werden.

Im Geschäftsjahr 2017 bis einschließlich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts sind weder dem Compliance Officer noch dem Internal Auditor Korruptions- oder Bestechungsfälle bekannt geworden, in die Mitarbeiter der TOM TAILOR Group involviert waren.

VERANTWORTUNG FÜR DIE MITARBEITER

Personalstrategie und -organisation

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (nachfolgend vereinfacht als Mitarbeiter bezeichnet) sind die wichtigste Ressource und damit entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Folglich besteht eine zentrale Aufgabe der Personalarbeit der TOM TAILOR Group darin, gute Mitarbeiter zu gewinnen, sie systematisch weiterzuentwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden.

Organisatorisch steuert und kontrolliert die Personalabteilung das Personalwesen im Konzern. Die jeweiligen Vorgesetzten sind für die operative Personalführung in den Bereichen und Abteilungen verantwortlich. Gemeinsam mit der Personalabteilung werden u.a. Zielvereinbarungen, Förderungsmöglichkeiten und Einsatzbereiche für die Mitarbeiter definiert und die Umsetzung begleitet. 2017 wurde hierfür ein Performancemanagement Tool entwickelt und eingeführt, um künftig die Jahresgespräche und Zielvereinbarungen zwischen Mitarbeitern und Führungskräften systematisch, transparent und effizient bearbeiten zu können. Im Falle von strategischen Veränderungsprozessen berät, unterstützt und begleitet die Personalabteilung zudem die Führungskräfte, um die Interessen der Mitarbeiter zu wahren und die Mitarbeiter entsprechend ihren Stärken bestmöglich einzusetzen.

Zum 31. Dezember 2017 teilten sich die Mitarbeiter wie folgt auf:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

2017

2016

Anzahl am 31.12.

Retail

Wholesale

Gesamt

Retail

Wholesale

Gesamt

Deutschland

3.004

465

3.469

3.480

540

4.020

Ausländische Kernmärkte

1.292

91

1.383

1.515

104

1.619

Übrige Länder

1.067

152

1.219

984

166

1.150

Gesamt

5.363

708

6.071

5.979

810

6.789

Von den insgesamt 6.071 Mitarbeitern waren 3.022 bei TOM TAILOR und 3.049 bei BONITA beschäftigt. Darüber hinaus waren zum Jahresende 2017 in der TOM TAILOR Holding SE drei Vorstände (2016: drei Vorstände und drei Mitarbeiter) beschäftigt.

Mitsprache

Die TOM TAILOR Group legt großen Wert darauf, dass alle Mitarbeiter sinnvoll in betriebliche Entscheidungsprozesse einbezogen und deren Belange aktiv vertreten werden. TOM TAILOR und BONITA verfügen jeweils über eigene Betriebsräte. Der Betriebsrat von TOM TAILOR besteht aus elf Mitgliedern, davon neun Frauen. Der Betriebsrat von BONITA umfasst neun Mitglieder, davon vier Frauen. Ein weiterer Betriebsrat bei BONITA Retail, der ausschließlich mit Frauen besetzt ist, umfasst 11 Mitglieder. Darüber hinaus gibt es einen Betriebsrat der TOM TAILOR Holding SE, der insgesamt 16 Mitglieder aus zwölf Ländern umfasst. Dem Gremium gehören elf Frauen an.

Durch flache Hierarchien und eine offene, kooperative Unternehmenskultur können auch junge Mitarbeiter bereits früh Verantwortung im Unternehmen übernehmen und eigene Ideen entwickeln. Dabei sorgt der direkte Kontakt zu Führungskräften für kurze Arbeitswege und schnelle Entscheidungen. Im Jahr 2017 wurde im Rahmen der Umwandlung der TOM TAILOR Holding AG in eine Societas Europaea (SE) der Aufsichtsrat paritätisch mit Vertretern der Kapital- und der Arbeitnehmerseite besetzt. Hierdurch wurden die Möglichkeiten der Mitsprache der Mitarbeiter im Berichtsjahr deutlich ausgeweitet.

Aus- und Weiterbildung

Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, legt die TOM TAILOR Group großen Wert auf die gezielte Ausbildung und Förderung von Nachwuchskräften. Zusammen mit dem Vorstand wird ein Jahr vor Ausbildungsbeginn der Bedarf der Nachwuchskräfte anhand von festgelegten Kriterien ermittelt. Das Ausbildungskonzept des Unternehmens erstreckt sich von klassischen Berufsausbildungskonzepten für die Unternehmenszentrale sowie die Verkaufsflächen über Praktika bis hin zu Traineeprogrammen für Hochschulabsolventen. Diese werden kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz müssen die potenziellen neuen Auszubildenden ein Assessment Center durchlaufen. In der Ausbildung werden alle Auszubildenden in verschiedenen Bereichen des jeweiligen Betriebes anhand eines von der Personalabteilung zusammen mit den Führungskräften festgelegten Zeitplans eingesetzt. Im Berichtsjahr 2017 waren 29 Auszubildende in fünf Berufsgruppen, wie z.B. Industrie, Einzelhandel, Informatik oder Lagerlogistik, bei der TOM TAILOR Group beschäftigt. Von den Auszubildenden, die 2017 ihre Ausbildung abgeschlossen haben, wurden 70% in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Zudem konnten zwölf Trainees umfangreiche Erfahrungen in verschiedenen Abteilungen des Unternehmens sammeln.

In einem sich stetig wandelnden Arbeitsumfeld ist die Fortbildung der Mitarbeiter zwingend notwendig. Damit die innovative Stärke des Unternehmens weiterhin erhalten bleibt, die TOM TAILOR Group attraktiv für neue Mitarbeiter ist und ebenso langfristig Mitarbeiter an das Unternehmen binden kann, hat die TOM TAILOR Group für ihre Mitarbeiter ein breites Weiterbildungsangebot geschaffen. Dieses wird kontinuierlich überarbeitet und auf neue Bedarfe angepasst. In den regelmäßig stattfindenden Jahresgesprächen werden Entwicklungsbedarfe und -wünsche ermittelt und festgelegt. Zum Angebot zählen sowohl fachliche Maßnahmen (z.B. Textiltrainings) als auch kompetenzorientierte Entwicklungsmöglichkeiten, wie interkulturelle Kompetenz und Soft Skills. Außerdem lädt das Unternehmen regelmäßig externe Redner zu Fachthemen wie Motivation oder Führung ein. Die TOM TAILOR Group stärkt Mitarbeiter und Führungskräfte auch durch seine interne Retail Academy. Diese setzt sich aus den vier Modulen Verkaufstraining, Visual Merchandise Training, Führungskräftetraining und ressourcenorientierte Personalentwicklung zusammen.

2017 haben deutschlandweit insgesamt 30 Trainings mit rund 220 Teilnehmern stattgefunden. Im Rahmen der Retail Academy wurden unternehmensweit 23 neue Mitarbeiter geschult. Speziell an Führungskräfte richtet sich das sogenannte „Leadership Lab“ (Schulungsteilnehmer 2017: 35, 2016: 34), ein aus mehreren Modulen bestehendes Führungskräfte-Entwicklungsprogramm für sowohl neue als auch erfahrene Führungskräfte. Darüber hinaus finden regelmäßige interne Veranstaltungen für die gesamte Belegschaft zu verschiedenen Themen statt. Ein besonders beliebtes Format sind die sogenannten „Brown Bag Sessions“, die in der Mittagspause (Snack im Brown Bag) stattfinden. Hier stellen Führungskräfte oder Mitarbeiter, die z.B. neue Funktionen übernommen haben, ihren Aufgabenbereich vor. Im Berichtsjahr fanden acht dieser Sessions statt (2016: neun).

Work-Life-Balance

Die Gesundheit und Zufriedenheit der beschäftigten Mitarbeiter ist für die TOM TAILOR Group ein wichtiger Aspekt, da hierdurch Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen gebunden werden können und auch für potenzielle neue Mitarbeiter ein attraktives Arbeitsumfeld geschaffen werden kann. Das Personalmanagement der TOM TAILOR Group überprüft und erweitert halbjährlich das Angebot für gesundheitsfördernde Maßnahmen sowie die Schaffung von attraktiven Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Das Unternehmen hat die Initiative „TOM TAILOR goes balance“ ins Leben gerufen, die eine externe Beratung der Mitarbeiter umfasst und auch zahlreiche Seminare zu Themen wie Stressprävention, Gesundheit am Arbeitsplatz und Umgang mit Veränderungen anbietet. Ferner unterstützt die TOM TAILOR Group ihre Mitarbeiter finanziell bei sportlichen Aktivitäten, wie etwa bei Yogakurs- und Fitnessstudiobeiträgen.

Seit 2012 haben Mitarbeiter zudem die Möglichkeit, sich bei beruflichen, privaten und familiären Fragestellungen an ein externes Coaching-Institut zu wenden. Dort können sie sich kostenlos und anonym beraten lassen. Mit diesem Angebot unterstützt das Unternehmen seine Mitarbeiter bei der Bewältigung von herausfordernden und belastenden Lebenssituationen, um nachhaltig zur Erhaltung der Gesundheit beizutragen. Mit 120 Teilnahmen im Jahr 2017 (2016: 135) fand dieses Angebot erneut hohen Zuspruch.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor zur Gewinnung und Bindung von qualifizierten Mitarbeitern ist ein attraktives, flexibles Arbeitsumfeld. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für den Großteil der Mitarbeiter von zentraler Bedeutung. Mit Gleitzeit, Teilzeit oder auch Homeoffice können die Mitarbeiter der TOM TAILOR Group ihre Tätigkeit weitgehend individuell und flexibel gestalten. In der TOM TAILOR Group arbeiteten 2017 insgesamt 64% der Beschäftigten in Teilzeit (2016: 65%); bei TOM TAILOR waren es 37% (2016: 35%) und bei BONITA 91% (2016: 91%). Mit der Initiative „TOM TAILOR goes family“ können die Mitarbeiter darüber hinaus kostenfreie Dienstleistungen wie z.B. die Vermittlung von „Notfallmamas“ und Beratung beim PME-Familienservice in Anspruch nehmen.

VERANTWORTLICHES HANDELN IN DER SUPPLY CHAIN

Organisation und Konzept

Die TOM TAILOR Group lässt ihre Kollektionen überwiegend in Asien fertigen, wo der Großteil der globalen Textilproduktion angesiedelt ist. Die weit verzweigten Zulieferstrukturen in der Textilindustrie erfordern hohes Engagement, um in den asiatischen Betrieben menschenwürdige, sichere und faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen. Das Unternehmen hat ein systematisches Konzept zur Minimierung der Risiken in Bezug auf die Lieferkette etabliert. Dieses Konzept basiert auf Lieferantenzertifizierung, Vorgabe von Standards sowie Kontrolle und Unterstützung der Partner vor Ort. Verantwortlich für die Durchsetzung des Konzepts und die Kontrolle der Umsetzung ist der Konzernbereich „Beschaffung“.

Seit 2011 unterhält das Unternehmen über das Joint Venture TOM TAILOR Sourcing Ltd. Einkaufsbüros in den wichtigsten Beschaffungsmärkten Asiens. Damit stellt das Unternehmen direkten Kontakt zu seinen Lieferanten her und kann diese außerdem nach intern definierten Zeiträumen regelmäßig überwachen bzw. unterstützen. Wichtigster Beschaffungsmarkt ist Bangladesch. 2014 eröffnete die TOM TAILOR Group zur besseren Kontrolle und Absicherung der Standards vor Ort ein eigenes Einkaufsbüro in Bangladesch. Im Einkaufsbüro Dhaka sind rund 100 Mitarbeiter für die TOM TAILOR Group tätig, von denen die meisten täglich in den Fabriken vor Ort sind.

Im Bereich der Supply Chain bzw. Lieferanten sorgt die TOM TAILOR Group durch hohe externe und interne Standards, z.B. amfori BSCI, REACH und verpflichtende Anforderungen an die Geschäftspartner, sowie deren enge Kontrolle dafür, dass Risiken vor Ort minimiert werden. Durch die Aufträge unterstützt das Unternehmen dort die Auslastung der Lieferantenbetriebe und sorgt für Beschäftigung von Mitarbeitern. Damit fließen vor Ort Steuern und Abgaben an die Gesellschaft.

Grundsätze, Standards und Kontrolle

Die TOM TAILOR Group bindet sich im Produktionsprozess freiwillig an die Grundsätze der amfori BSCI, die alle wesentlichen Arbeitsstandards zum Schutz der Arbeitnehmerrechte der International Labour Organisation (ILO), des UN Global Compact sowie die UN-Menschenrechtserklärung enthält. Bestandteile sind ferner die OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen und weitere international anerkannte Abkommen. Dazu zählen das Verbot von Kinderarbeit, sichere und menschenwürdige Arbeitsbedingungen, eine faire Entlohnung, geregelte Arbeitszeiten, die Einhaltung lokaler Gesetze, keine Diskriminierung sowie die arbeitsrechtliche Koalitionsfreiheit, damit sich die Arbeitnehmer organisieren und Tarife frei aushandeln können.

Die TOM TAILOR Group überprüft neue Lieferanten detailliert mit Auditoren der Einkaufsgesellschaft TOM TAILOR Sourcing (Initial Factory Assessment), bevor sie eine Zusammenarbeit beginnt. Grundlage dieser Prüfungen sind die amfori BSCI-Standards sowie vom Unternehmen definierte Standards. Wenn das Prüfungsergebnis erfolgreich ist, schließt die TOM TAILOR Group einen Vertrag mit dem jeweiligen Lieferanten ab. In diesem verpflichtet sich der Lieferant, die Einkaufsrichtlinien der TOM TAILOR Group zu beachten. Diese umfassen u.a. Einschränkungen beziehungsweise vollständige Verbote für den Einsatz von Tierhaaren, bestimmten Daunen- und Federarten, Echtpelz, Leder und Häuten, Muscheln, Seide aus Indien, Baumwolle aus Usbekistan, Mulesing bei Schafen sowie die Anwendung des Sandstrahl-Verfahrens im Produktionsprozess.

Im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit erfolgen abhängig von dem amfori BSCI Audit-Ergebnis regelmäßig angekündigte und unangekündigte Überprüfungen und Kontrollen der Lieferbetriebe durch die Mitarbeiter der TOM TAILOR Einkaufsbüros sowie von der amfori BSCI akkreditierte Agenturen. Sollte es zu Abweichungen von den vorgegebenen Standards kommen, wird der Lieferant sanktioniert oder die Mitarbeiter der TOM TAILOR Einkaufsgesellschaft erarbeiten mit den Lieferanten geeignete Maßnahmen- und Entwicklungspläne, um die Standards kontinuierlich zu verbessern und eine erneute Einhaltung sicher zu stellen. Im Geschäftsjahr 2017 fanden 91 BSCI Full Audits und 71 BSCI Follow–up Audits statt. In den Produktionsmärkten wurden 88 reguläre Audits (2016: 116) und 65 (2016: 40) unangekündigte Prüfungen durchgeführt. Alle Lieferanten haben im Wesentlichen die Anforderungen der TOM TAILOR Group erfüllt.

In Indien ist die TOM TAILOR Group seit 2012 Mitglied der Tamil Nadu Multi Stakeholder Group (TNMS Group), in der sich einzelne Mitglieder der BSCI und die Ethical Trading Initiative (ETI) zusammengeschlossen haben. Die Gruppe tritt dem Sumangali in Südindien entschieden entgegen. Sumangali ist eine in dieser Region verbreitete Beschäftigungsart, bei der sich junge Frauen verpflichten, mehrere Jahre in Fabriken zu arbeiten, aber erst am Ende der mehrjährigen Arbeitszeit den Großteil ihres Lohns erhalten. So sollen die Mädchen eine Mitgift ansparen, die Voraussetzung für eine spätere Eheschließung ist. Diese Praxis ist häufig Ursache für verschiedene Formen von Zwangsarbeit junger Frauen. Die TNMS Group leistet vor Ort systematische Aufklärungsarbeit – unter anderem durch Schulungen der Lieferanten, Gespräche mit lokalen Gesetzgebern, Nichtregierungsorganisationen und Verbänden oder durch die Einrichtung örtlicher Gemeinde- und Trainingszentren.

Bekenntnis zu pelzfreien Kollektionen/Tierwohl

Die TOM TAILOR Group bekennt sich zu pelzfreien Kollektionen. Daher ist das Unternehmen seit dem 1. Dezember 2015 Mitglied im FUR FREE RETAILER PROGRAM (FFRP). Das FFRP ist eine internationale Initiative führender Tier- und Umweltschutzverbände. Das Programm kennzeichnet Einzelhändler, Label und Designer, die sich schriftlich zu einem Pelzverzicht in ihrem Sortiment verpflichtet haben, und hilft Verbrauchern, garantiert pelzfreie Mode zu finden. Deutscher Repräsentant des Programms ist die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz. In der Entwicklung neuer Produkte untersagt die TOM TAILOR Group den Einsatz von Pelz-Materialien. So konnte die TOM TAILOR Group im Berichtsjahr sicherstellen, dass kein Pelz an den Produkten verwendet wurde.

Umwelt in der Supply Chain

Die Umwelt und der schonende Umgang mit den Ressourcen ist für die TOM TAILOR Group ein wichtiges Thema. Als Textil- und Bekleidungsunternehmen legt die Gesellschaft bei den umweltbezogenen Themen den Fokus auf seine Produkte und die Lieferkette, da hier die signifikanten Risiken liegen. Gleichzeitig kann die TOM TAILOR Group positiven Einfluss ausüben. Wesentliche Steuerungshebel sind die in der Leistungserbringung und Produktion bei unseren Lieferanten eingesetzten Chemikalien, der Einsatz von nachhaltigen Materialien, die Langlebigkeit der Produkte sowie die Einhaltung der lokalen gesetzlichen Vorschriften.

Strenge Grenzwerte für den Einsatz von Chemikalien

Die TOM TAILOR Group hat bereits 2015 eine eigene DETOX-Initiative gestartet, um umweltschädliche Chemikalien aus der Produktion auszuschließen und schrittweise durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen. Hierbei handelt es sich um ein für die gesamte Textilindustrie relevantes Thema. Im Laufe der Jahre hat die TOM TAILOR Group verschiedene eigene Richtlinien für den Einsatz von Chemikalien bei ihren Lieferanten entwickelt und eingeführt. Die Grenzwerte wurden für bestimmte Inhaltsstoffe in den Endprodukten seitens der TOM TAILOR Group verschärft. Damit unterschreiten diese Grenzwerte zum Teil sogar die gesetzlich geregelten, strengen europäischen Anforderungen. Zusätzlich dazu führt das Unternehmen zahlreiche Stichprobenkontrollen sowohl in eigenen als auch in externen Laboren durch, um die Einhaltung der Vorgaben sicherzustellen. 2017 wurden hierzu 30% der Aufträge stichprobenartig geprüft, verteilt über alle Zulieferbetriebe. Darüber hinaus wurde den Lieferanten der Einsatz von PFCs (Perfluorinated Compounds) und APEOs/NPEOs (Alkylphenolethoxylate/Nonylphenolethoxylate) untersagt und die Umsetzung durch stichprobenartige Kontrollen sichergestellt.

Um das Thema Chemikalien-Management weiterzuentwickeln, hat die TOM TAILOR Group 2018 weitere Maßnahmen geplant, z.B. die Einführung eines Chemical Handbooks oder das Training der Lieferanten zum Chemical Management mit einem international anerkannten Labor.

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